Trockentauchanzüge
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Man teilt heute die Trockenanzüge in zwei Gattungen: Neopren und Membran (mit Neopren ist beim Tauchen natürlich geschäumtes Neopren gemeint: also eine Mischung aus Neopren und Luft).
Die Vor- und Nachteile sind allgemein bekannt.
Eine Zwitterstellung nimmt das "gecrushte" (komprimierte) Material ein (crush: zu deutsch: pressen, quetschen). Es hat von beiden die Vor- und Nachteile.
Wir haben damit wenig Erfahrung.

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Bild H144.JPG

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Wir verwenden nur reines, 4 bis 7 mm dickes, schwarzes, extrem feinzellig geschäumtes Neopren. Außen ist es glatt, innen hat es eine dünne, helle Nylonjerseykaschierung. Diese Kaschierung bewirkt eine gewisse Stabilität (Reißfestigkeit) und angenehme Wärmeempfindung auf der nackten Haut. Weiterhin bewirkt sie genau die richtige Gleitfähigkeit. Würde diese Kaschierung fehlen, so müsste man vor dem Anziehen den Anzug innen eintalkumieren.
Ich kann mich noch an die Nassanzüge der 50er Jahre erinnern, die beidseitig glatt waren. Man hat damals eine Menge Talkum verbraucht und sah nach dem Anziehen der Jacke im Gesicht und an den Händen wie ein Bäckermeister aus.
An dieser Stelle ein Wort zu "Plüsch" und "Titanbeschichtung":
Mit diesen beiden Begriffen - oftmals in Kombination - werden heutzutage viele Trockenanzüge angepriesen.
Dazu folgendes: Plüsch habe ich ausprobiert.
Wie der Name schon sagt, ist es eine plüschartige, relativ dicke Innenkaschierung. Sie hat den Vorteil, dass sie mit ihrer beachtlichen Luftschicht natürlich zusätzlich isoliert. Der Anzug wird dadurch also wärmer. Der entscheidende Nachteil: Der Anzug wird dadurch schwerer, dicker und störrischer (also unbequemer). Und das wichtigste: Er braucht (innen nass geworden) wesentlich länger zum trocknen (mehr Stoff-Fasern = mehr Oberfläche = mehr Nässe - logo).
Wohlbemerkt: auch ein Trockenanzug wird hin und wieder innen nass, darüber sind wir uns im klaren.
Plüsch verwende ich bei meinen Anzügen deshalb nicht. Zusätzliche Isolierung gibt's nach Belieben mit entsprechendem Unterzeug.


Bild W034.JPG

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Apropos Gewicht: Ich habe schon mehrmals das Argument gehört: DIESER Anzug ist aus sehr leichtem Material, man braucht weniger Blei. Diese Aussage ist ein Widerspruch in sich selbst. Neoprenmaterial ist gewichtsmäßig so leicht oder schwer, wie dick es ist: Dicker = schwerer = mehr Isolierung = unter Wasser mehr Auftrieb = mehr Blei, dünner = umgekehrt.
Das Gewicht des Neoprenmaterials resultiert aus der Mischung: Luft plus Material. Diese Mischung: und damit das SPEZIFISCHE Gewicht ist vorgegeben, man kann daran wohl kaum noch etwas verbessern. Das einzige was man machen könnte, wäre: etwas anderes als Neopren verwenden. Ich wüsste aber nichts besseres.
Das Naturgesetz lautet: Bei spezifisch leichterem Material, hat man MEHR Auftrieb, braucht zum Ausgleichen also MEHR Blei, nicht weniger.

Übrigens ist es kein Zufall, dass meine Anzüge innen eine helle Kaschierung haben! Schwarz kann man vergessen. Wenn bei einem Leck ein Wasserfleck entsteht, kann man den in schwarz nicht sehen! Viele Hersteller wissen das nicht, weil sie selbst keine Taucher sind.

Und jetzt zum Begriff Titan: Es hat mit Plüsch nichts zu tun. Es ist ein graues Metall, welches angeblich Strahlungswärme zurückhält. Ich persönlich glaube, dass der Wärmeverlust des menschlichen Körpers durch Abstrahlung absolut unbedeutend ist. Etwas anderes ist es, wenn außen auf der Glatthaut eine mikroskopisch dünne, graue Titanbeschichtung aufgetragen wird.
Es gibt sie. Und sie hat durchaus einen praktischen Nutzen: Das Material ist außen nicht mehr schwarz, sondern silbergrau. Es heizt sich, wenn man in der Sonne steht, nicht so unangenehm auf. Also genau die umgekehrte Wirkung: die Wärme wird vom Körper ferngehalten.
Titanbeschichtung ist teuer.
Der GNT hat diese silbergraue Beschichtung im oberen Bereich.
In der gewerblichen Taucherei macht sich dieses aufheizen bei uns besonders dann sehr unangenehm bemerkbar, wenn wir in der warmen Jahreszeit bei strahlendem Wetter Taucheinsätze in Kläranlagen machen. Da heißt es dann: Alles sorgfältig vorbereiten und den GNT im Schatten anziehen, um anschließend sofort in der kühlen Scheiße unterzutauchen. Ja, wir tauchen seit den 80er Jahren auch in Kläranlagen (allerdings nicht mit der geliebten Halbmaske !).

Ich darf für meine Anzüge nur das oben beschriebene Material verwenden, weil ich nur mit diesem Erfahrung habe. Alles andere wäre "fremd gegangen". Ich bin gewissermaßen der Schuster, der bei seinem Leisten bleibt.


Bild W140.JPG

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Bild W109.JPG

Also: Auf dieser Webseite dreht sich alles nur um Neoprenanzüge, und zwar für kaltes Wasser (0° bis ca. 16°).

Und jetzt zur Sache, nämlich zur Beschreibung meines Anzuges. Der Leser mag mir verzeihen, dass immer wieder die gewerbliche Taucherei erwähnt wird. Ich bin nun einmal seit über 40 Jahren von Beruf Taucher - Sporttaucher noch länger - und habe immer noch Spass daran.

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Letzte Änderung: 29.01.2008
Wegweiser: http://www.schreiber-duisburg.de -> Zu Trockenanzügen
Der GNT - Trockentauchanzug
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