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Man
teilt heute die Trockenanzüge in zwei Gattungen: Neopren und
Membran (mit Neopren ist beim Tauchen natürlich geschäumtes
Neopren gemeint: also eine Mischung aus Neopren und Luft).
Die Vor- und Nachteile sind allgemein bekannt.
Eine Zwitterstellung nimmt das "gecrushte" (komprimierte) Material
ein (crush: zu deutsch: pressen, quetschen). Es hat von beiden die
Vor- und Nachteile.
Wir haben damit wenig Erfahrung.
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Bild H176.JPG |
Wir verwenden nur reines, 4 bis 7 mm dickes, schwarzes, extrem
feinzellig geschäumtes Neopren. Außen ist es glatt,
innen hat es eine dünne, helle Nylonjerseykaschierung. Diese
Kaschierung bewirkt eine gewisse Stabilität (Reißfestigkeit)
und angenehme Wärmeempfindung auf der nackten Haut. Weiterhin
bewirkt sie genau die richtige Gleitfähigkeit. Würde
diese Kaschierung fehlen, so müsste man vor dem Anziehen
den Anzug innen eintalkumieren.
Ich kann mich noch an die Nassanzüge der 50er Jahre erinnern,
die beidseitig glatt waren. Man hat damals eine Menge Talkum verbraucht
und sah nach dem Anziehen der Jacke im Gesicht und an den Händen
wie ein Bäckermeister aus.
An dieser Stelle ein Wort zu "Plüsch" und "Titanbeschichtung":
Mit diesen beiden Begriffen - oftmals in Kombination - werden
heutzutage viele Trockenanzüge angepriesen.
Dazu folgendes: Plüsch habe ich ausprobiert.
Wie der Name schon sagt, ist es eine plüschartige, relativ
dicke Innenkaschierung. Sie hat den Vorteil, dass sie mit ihrer
beachtlichen Luftschicht natürlich zusätzlich isoliert.
Der Anzug wird dadurch also wärmer. Der entscheidende Nachteil:
Der Anzug wird dadurch schwerer, dicker und störrischer (also
unbequemer). Und das wichtigste: Er braucht (innen nass geworden)
wesentlich länger zum trocknen (mehr Stoff-Fasern = mehr
Oberfläche = mehr Nässe - logo).
Wohlbemerkt: auch ein Trockenanzug wird hin und wieder innen nass,
darüber sind wir uns im klaren.
Plüsch verwende ich bei meinen Anzügen deshalb nicht.
Zusätzliche Isolierung gibt's nach Belieben mit entsprechendem
Unterzeug.

Bild W034.JPG |

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Apropos Gewicht: Ich habe schon mehrmals das Argument gehört:
DIESER Anzug ist aus sehr leichtem Material, man braucht weniger
Blei. Diese Aussage ist ein Widerspruch in sich selbst. Neoprenmaterial
ist gewichtsmäßig so leicht oder schwer, wie dick es
ist: Dicker = schwerer = mehr Isolierung = unter Wasser mehr Auftrieb
= mehr Blei, dünner = umgekehrt.
Das Gewicht des Neoprenmaterials resultiert aus der Mischung: Luft
plus Material. Diese Mischung: und damit das SPEZIFISCHE Gewicht
ist vorgegeben, man kann daran wohl kaum noch etwas verbessern.
Das einzige was man machen könnte, wäre: etwas anderes
als Neopren verwenden. Ich wüsste aber nichts besseres.
Das Naturgesetz lautet: Bei spezifisch leichterem Material, hat
man MEHR Auftrieb, braucht zum Ausgleichen also MEHR Blei, nicht
weniger.
Übrigens ist es kein Zufall, dass meine Anzüge innen eine
helle Kaschierung haben! Schwarz kann man vergessen. Wenn bei einem
Leck ein Wasserfleck entsteht, kann man den in schwarz nicht sehen!
Viele Hersteller wissen das nicht, weil sie selbst keine Taucher
sind.
Und jetzt zum Begriff Titan: Es hat mit Plüsch nichts zu tun.
Es ist ein graues Metall, welches angeblich Strahlungswärme
zurückhält. Ich persönlich glaube, dass der Wärmeverlust
des menschlichen Körpers durch Abstrahlung absolut unbedeutend
ist. Etwas anderes ist es, wenn außen auf der Glatthaut eine
mikroskopisch dünne, graue Titanbeschichtung aufgetragen wird.
Es gibt sie. Und sie hat durchaus einen praktischen Nutzen: Das
Material ist außen nicht mehr schwarz, sondern silbergrau.
Es heizt sich, wenn man in der Sonne steht, nicht so unangenehm
auf. Also genau die umgekehrte Wirkung: die Wärme wird vom
Körper ferngehalten.
Titanbeschichtung ist teuer.
Der GNT hat diese silbergraue Beschichtung im oberen Bereich.
In der gewerblichen Taucherei macht sich dieses aufheizen bei uns
besonders dann sehr unangenehm bemerkbar, wenn wir in der warmen
Jahreszeit bei strahlendem Wetter Taucheinsätze in Kläranlagen
machen. Da heißt es dann: Alles sorgfältig vorbereiten
und den GNT im Schatten anziehen, um anschließend sofort in
der kühlen Scheiße unterzutauchen. Ja, wir tauchen seit
den 80er Jahren auch in Kläranlagen (allerdings nicht mit der
geliebten Halbmaske !).
Ich darf für meine Anzüge nur das oben beschriebene Material
verwenden, weil ich nur mit diesem Erfahrung habe. Alles andere
wäre "fremd gegangen". Ich bin gewissermaßen der
Schuster, der bei seinem Leisten bleibt.

Bild W140.JPG |

Bild W118.JPG |

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Also: Auf dieser Webseite dreht sich alles nur um Neoprenanzüge,
und zwar für kaltes Wasser (0° bis ca. 16°).
Und jetzt zur Sache, nämlich zur Beschreibung meines Anzuges.
Der Leser mag mir verzeihen, dass immer wieder die gewerbliche Taucherei
erwähnt wird. Ich bin nun einmal seit über 40 Jahren von
Beruf Taucher - Sporttaucher noch länger - und habe immer noch
Spass daran. |