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GNT bedeutet schlicht und ergreifend: Glatthaut Neopren Tauchanzug
(oder Trockenanzug)
Das wichtigste Merkmal: er ist außen glatt, nur innen kaschiert.
Zugegeben: einseitig kaschiertes Material ist nicht ganz so strapazierfähig
wie das beidseitig kaschierte. Aber es ist seit Jahrzehnten für
unsere Bedürfnisse in der Schiffstaucherei strapazierfähig
genug. Immerhin haben wir oftmals ziemlich schwere Arbeit mit stacheligen
Drähten, an scharfkantigen aufgeschlitzten Bordwänden
und unter vielerlei sonstigen strapaziösen Bedingungen zu erledigen.

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Der Vorteil:
1.) Der Anzug ist dadurch wesentlich weicher und dehnbarer. Das
macht sich bereits beim Anziehen bemerkbar. Wegen der einseitigen
Kaschierung ist er extrem weich und komfortabel. Er lässt sich bequemer
und schneller an- und ausziehen als halbtrockene oder Nassanzüge.
In den GNT schlüpft man einfach hinein, ähnlich wie in
einen Overal. Und dann beim Arbeiten - Entschuldigung - beim Tauchen:
kein Stress, sondern absolute Beweglichkeit.

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2.) Zusätzlich zu der nur einseitigen Kaschierung resultiert
die Weichheit aus einer weiteren, nicht ganz unwesentlichen Feinheit:
unser Material hat besonders kleine Luftzellen. Diese kleinen Luftzellen
bewirken außer der Dehnbarkeit auch eine höhere Druckfestigkeit.
Der Leser möge sich darüber im klaren sein, dass das sogenannte
Rubatex-Material deutlich größere Zellen hat als das
in Fernost hergestellte Material. Man kann den Unterschied an der
Schnittfläche mit bloßem Auge erkennen. Die großen
Zellen platzen unter Druck eher, als die kleinen. Ihr glaubt, das
sei unbedeutend? Ist es durchaus nicht !

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Ich habe es ausprobiert: Bei der Taucherarbeit pflege ich mich,
insbesondere beim Verlassen des Wassers sehr oft auf den Knien aufzustützen.
Die Knie und auch die Ellbogen werden oft durch Druck belastet (im
Gegensatz dazu ist das Scheuern relativ unbedeutend). Dadurch platzen
die großen Zellen viel eher. Das Material wird schwammartig,
saugt also Wasser an. Das geht so weit, dass bei getrocknetem Anzug
die Knie angeschwollen aussehen. Wenn man draufdrückt, kommen
Luftbläschen heraus und gleichzeitig wird die Oberfläche
nass. Die meisten Hersteller beugen dem vor, indem sie an den Knien
und Ellbogen Verstärkungen aufkleben. Wir machen das bei unseren
Anzügen ganz bewusst nicht. Die Verstärkungen haben nämlich
den Nachteil, dass sie die Dehnbarkeit einschränken. Gerade
an den Knien und Ellbogen brauchen wir aber absoluten Komfort. Das
"feinblasige" Material ist stabil genug. Und wenn es durch Scheuern
schadhaft geworden ist, wird es repariert. Nichts ist einfacher,
als Glatthaut-Neopren zu reparieren (siehe Kapitel Reparatur).
3.) Außen glatt bedeutet: wenn Du das Wasser verlassen hast,
ist der Anzug im Nu trocken. In der warmen Jahreszeit ein Nachteil,
da man dann Kühlung braucht. Aber der GNT ist nun einmal für
Kälte konstruiert. Mit dem GNT brauchst Du jetzt im Wind nicht
zu frieren, denn es entsteht keine Verdunstungskälte. Weiterhin
hast Du nach der Heimfahrt im Kofferraum Deines Wagens keine Pfütze,
und wenn Du ihn daheim im Keller aufhängst: ebenfalls keine
Pfütze drunter. Und wenn Du ihn über dem Unterarm trägst,
bekommst Du keinen nassen Ärmel, und er ist leicht, da Du nur
den Anzug trägst, kein Wasser.
Wenn er nach ausgedehntem Tauchgang innen durch die Transpiration
feucht geworden ist, dann drehst Du entweder nur Hals, Schultern
und Arme, oder den ganzen Anzug um und hängst ihn auf einen
gewöhnlichen Kleiderbügel.

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4.) Außen glatt bedeutet schließlich auch, dass man
die Oberfläche im Nu sauber machen kann.
In der gewerblichen Taucherei gibt's z.B. bei Hilfeleistungen an
havarierten Tankern und beim Aus- und Einbau von Antriebswellen
und Ruderflächen regelrechte Einsau-Orgien in Mineralöl
und Schmierfett, das schlimmste ist schweres Heizöl: eine schwarze,
schmierige, klebrige Pampe.
Wir reinigen uns dann anschließend mit Waschbenzin. Die glatte
Außenhaut macht da keinerlei Probleme.
Ich bin sicher, dass auch beim Sporttauchen eine problemlose Reinigung
von Bedeutung ist. |